Die Autobahn als Sonnenkraftwerk

Tag: Produkte
Veröffentlicht am: 19.05.2021

Strom auf Lärmschutzwänden produzieren? Was zu gut um wahr zu sein klingt, birgt tatsächlich einige Herausforderungen. Mit einer außerordentlich effizienten, nachhaltigen und wirtschaftlich sinnvollen Lösung von Photovoltaik Aufsatzelementen für Lärmschutzwände, gewinnt Leube Betonteile eine zukunftsträchtige „Challenge“ von ASFINAG und IÖB. 

Das aktuelle österreichische Regierungsprogramm sieht vor, die Photovoltaik (PV)-Erzeugungskapazität in Österreich zu erhöhen. Die österreichische Autobahnbetriebsgesellschaft ASFINAG unterstützt dieses Vorhaben indem neue Lärmschutzwände mit integrierten PV-Einheiten gebaut und bestehende Wände mit PV-Elementen nachgerüstet werden sollen. 

Eine Vision mit Haken

Die Vorteile der Stromgewinnung an der Autobahn liegen auf der Hand: Strom wird da produziert wo er gebraucht wird für die steigende Elektromobilität, es werden keine neuen Flächen verbaut und Autobahnen sind grundsätzlich „unverbaubar“ – die Sonneneinstrahlung ist also langfristig gewährleistet. Herausforderungen sind, den Lärmschutz durch die PV-Elemente nicht zu verringern und Beeinträchtigung bei Statik und Montage zu vermeiden. Laut Wettbewerbsvorgabe müssen die Mehrkosten in einem ausgewogenen Verhältnis zur Leistung und dem Gegenwert der produzierten Energie stehen.

Öffentliche Ausschreibung

In Kooperation mit der IÖB (Innovationsfördernde Öffentliche Beschaffung) vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie wurde eine sogenannte „Challenge“ ausgeschrieben. Dabei konnten Unternehmen Lösungen für PV-Anlagen auf Lärmschutzwänden (entweder neu konzipiert oder als Nachrüstung für bestehende Lärmschutzwände) einreichen. 

Seit 30 Jahren innovativ

Leube Betonteile hat sich mit einem PV-Aufsatzelement beworben, das sowohl auf neue als auch auf bestehende Lärmschutzsysteme aufgebaut werden kann. Ausgangsmaterial sind die Lärmschutzsysteme von Leube aus hochabsorbierendem und nachhaltigem Holzbeton, dem sogenannten „Faseton“. Seit mehr als 30 Jahren finden Lärmschutzlösungen aus Holzbeton von Leube Anwendung entlang von Straße und Bahn in ganz Europa. Bis heute wurden über drei Millionen Quadratmeter Leube Lärmschutzwände verbaut.

Bestechend einfache Lösung Der Einsatz der Leube PV-Aufsatzelemente ist gerade in der Sanierung bestechend einfach. Es wird das oberste Lärmschutzwandelement herausgehoben, das Aufsatzelement eingeschoben und die PV Anlage angeschlossen - fertig. So können in kürzester Zeit ohne wesentliche Verkehrsbeeinflussung Lärmschutzwände zum PV-Kraftwerk mit einer Leistung von rund 200kWp je Kilometer (bei entsprechender Ausrichtung durch Nutzung der Wandrückseite auch noch deutlich mehr) werden. Die PV-Module sind dabei so positioniert, dass die Ausrichtung der Wand, Kurven und Gefälle keinen wesentlichen Einfluss auf die Leistung haben.

Bestehende Wände aufrüsten

Die ASFINAG hat rund 400 Kilometer von Leube stammende Lärmschutzwände verbaut. Nahezu alle können mit derartigen Aufsatzelementen ausgestattet werden und somit können allein auf diesen Wänden rund 100 MWp erzeugt werden. Das Aufsatzelement fügt sich nahtlos in vorhandene Gestaltungskonzepte ein. In vielen Fällen wird die Verwendung genehmigungsfrei sein. Die Planung ist denkbar einfach und beschränkt sich auf die Ableitung des erzeugten Stroms in das jeweilige Netz. Da die Statik und sonstige Parameter der Wand nicht verändert werden sind auch keine neuen Schallgutachten erforderlich.

PV Strom im Leube Werk Leube

PV-Aufsatzelemente erzeugen nicht nur Strom aus der Sonne, sondern werden auch zu einem erheblichen Teil mit Strom aus Photovoltaik aus der eigenen Leube Betonteile Produktionsstätte in Maishofen produziert. 

„Wir freuen uns diesen wichtigen Wettbewerb gewonnen zu haben und sind im Gespräch mit der ASFINAG, um den Projektvorschlag so rasch wie möglich zu realisieren. Wir sind zuversichtlich, dass unsere einfache, nachhaltige, und wirtschaftlich äußerst sinnvolle Energiegewinnung auf Lärmschutzwänden das Straßenbild der Zukunft prägen wird.“

Heimo Berger, Geschäftsführer der Leube Gruppe
 

Vorteile der Leube PV-Aufsatzelemente

  • Verbesserung des Lärmschutzes um ca. 2 dB

  • Gestaltung fügt sich nahtlos in das Gesamtbild

  • keine Änderung der Wandstatik

  • keine Verkehrsunterbrechung notwendig

  • effiziente Bauabwicklung: rund 10 Tage je Kilometer

  • Keine Grabungsarbeiten im Bereich der Autobahn

  • PV-Befestigung in das Betonelement integriert

  • gute Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von konstruktiven Teilen für die Überprüfung der Lärmschutzwände

  • Aufsatzelement kann auf beidseitig hochabsorbierenden Wänden zum Einsatz kommen

  • Auf jeder Wand umsetzbar: durch geringe Neigung des PV-Elements ist die geografische Ausrichtung der Wand nicht entscheidend

  • erhöhter Energieertrag über die Lebensdauer und geringere Wartungs-, Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten

  • Leistung rund 200 kWp je Kilometer: auf Leube Lärmschutzwänden sind somit rund 100 MWP möglich

  • Maximale CO2-Reduktion je Produktionseinheit durch individuelle Optimierung der Nutzungsdauer von PV-Modulen in einem Anlagenverbund PV-Anlage mit dezentraler Betriebsführung

  • Kabellängsleitung unter den Modulen

  • Verwendung langlebiger Standardmodule & -komponenten

  • weitgehende Wartungsfreiheit

  • keine Schädigungen seitens der Autobahn durch Schnee- und Eiswurf der Schneeräumung, durch Steinwurf des Verkehrs sowie durch sonstige Abriebbelastungen

  • keine Blendwirkungen, die Elemente sind praktisch nicht sichtbar

  • je Kilometer 3 bis 4 Wechselrichter über Mobilfunk vernetzt

  • einfache Erdung über Pfosten